Schirmherrin der Stiftung:
Frau Berta Essmann-Spitz, geb. Link

(*14.08.1914; † 25.11.2006)

Es ist im ersten Augenblick sicherlich etwas ungewöhnlich, dass die Schirmherrin einer Stiftung bereits verstorben ist. Es gibt jedoch zwei gute Gründe für diese Wahl.

Zum einen verdankt der Stifter dieser Frau, die seine Mutter ist, gleich mehrfach sein Leben. Ohne sie hätte es also keine Stiftung gegeben. Der Stifter wurde Ende des Zweiten Weltkriegs in Prag geboren. Bereits hier hätte die Familienanamnese des Stifters zu Ende sein können, hätte die Schirmherrin nicht eine Kindsverwechslung vorausschauend, dies durch ein Pflaster mit dem Namen des Kindes am Arm verhindert.

Bald darauf machte sich die Schirmherrin mit ihm und dem älteren Bruder vor den anrücken-den Russen im Kohlenzug auf eine ungewisse Reise in den Westen. Dort boten kalte und feuchte Bunker zwar Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten, jedoch in keiner Weise idea-le Verhältnisse für das Gedeihen eines Säuglings. Lungenentzündungen waren die Folge und Antibiotika gab es nicht. Es sah wieder einmal nicht gut für den Stifter aus. Doch die Schirm-herrin fand wieder Mittel und Wege, ihn am Leben zu erhalten.

Auch die nächsten Etappen des jungen Stifterlebens waren nicht dazu angetan, ihn alt werden zu lassen. Zum Glück gelang dann zwar trotz des Zusammenbruchs die Weiterreise ins El-ternhaus der Schirmherrin (leider kein Haus, sondern eine Etagenwohnung im dritten Stock, mit einem Plumpsklo im Treppenhaus). Doch hier war Schmalhans Küchenmeister - wie in vielen anderen Küchen Deutschlands zu jener Zeit. Für sieben Personen gab es nur noch einen Mann in der Familie, den Großvater, der bereits im ersten Weltkrieg von den Franzosen zum Krüppel geschossen worden war und daher im Zweiten Weltkrieg zuhause bleiben durfte.

Der Bruder und der Ehemann der Schirmherrin waren beide aus dem Krieg nicht heimgekehrt. Auch dies sind keine idealen Verhältnisse für ein Kleinkind. Ungeachtet einer sicherlich vorhandenen Depression über den Verlust von Ehemann und Bruder konnte die Schirmherrin jedoch Arbeit als Schreibkraft finden, während die Kinder von der Großmutter betreut wurden. Damit war dann die prekäre finanzielle Situation etwas entschärft.

Da es nach dem Krieg keine Kinderspielplätze gab, spielten die Kinder auf der Straße vor dem Haus – Fußball, was sonst. Dazu war der Stifter jedoch noch zu klein und so saß er am Rande der Straße, in der Gosse (!) und schaute zu: einmal den spielenden Kindern und einmal dem, was dort vor seinen Füßen alles vorbei schwamm – sehr zum Leidwesen der Schirmherrin, die den Sohn regelmäßig am Abend nach der Arbeit in der Gosse vorfand.

Nach einer eindringlichen Aufklärung des späteren Stifters, was dort alles - wohl nicht nur theoretisch – vorbei schwamm, stellte die Schirmherrin die suggestive Frage: „Gell, jetzt spielst du nicht mehr in der Gosse?“ Daraufhin antwortete der Stifter mit einem freundlichen Lächeln: „Doch, Mama, es ist doch so interessant hier!“

Damit stellt die spätere Karriere des Stifters alle amerikanischen Traumfilme (vom Tellerwäscher zum Millionär) in den Schatten, denn er wuchs in der Gosse auf und wurde ein Hochschulprofessor. Somit stimmt offensichtlich der Spruch nicht: „weil du arm bist, musst du früher sterben.“ Amerikanische Forscher haben inzwischen herausgefunden, warum diese Behauptung nicht zutrifft: das liebende Herz einer Mutter kompensiert die soziale Benachteiligung eines Kindes!

Doch damit genug von der durch die Schirmherrin ermöglichte Karriere des Stifters, obwohl hier eigentlich noch etliche Geschichten hingehören. Stattdessen soll der zweite Grund für die Wahl der Schirmherrin genannt werden, obwohl sie bereits verstorben ist.

Der Gründer hat sich aufgrund seiner umfangreichen Literaturrecherchen zum Thema Prävention auch mit dem Thema „Spiritualität“ beschäftigt und ist zu der Überzeugung gelangt, dass alle Lebewesen miteinander verbunden sind – über den Tod hinaus (unabhängig von irgendwelchen kirchlichen Institutionen). Dabei ist es gleichgültig, ob man diesen Zustand nun „morphogenetisches Feld“ oder „Universum“ oder Gott oder was auch immer nennt. Entscheidend ist, dass niemand einfach im „Nirvana“ verschwindet, sondern sich vielmehr wieder dahin zurück begibt, wo er hergekommen ist. Dort befinden sich auch alle anderen „vergangenen Kreaturen“ und haben offensichtlich (bidirektional) teil an dem aktuellen irdischen Geschehen.

Auch wenn diese Auffassung vielen Menschen zu esoterisch erscheinen mag, so wird sie doch gestützt von aktuellen Ereignissen. Im Jahr 2014, dem 100. Geburtsjahr der Schirmherrin, haben nicht nur die Präventionsbemühungen des Stifters, sondern auch zahlreiche andere Projekte in der Prävention ungeahnte Fortschritte gemacht. Dies kann kein Zufall sein. Es lohnt sich also durchaus, auch eine bereits verstorbene Person als Schirmherrin zu haben.

Danke Mutter!